Was ist Ziel-ROAS und warum ist es so wichtig?

Ziel-ROAS ist meiner Meinung nach eine der mächtigsten Waffen im Google Ads Arsenal – aber auch eine der gefährlichsten, wenn du sie falsch einsetzt. Besonders für Online-Shops kann diese Smart Bidding-Strategie zum Gamechanger werden, wenn es darum geht, Umsätze zu maximieren und die Werbekosten im Griff zu behalten.

Was genau ist Ziel-ROAS in Google Ads?

Lass uns erst mal klären, wovon wir hier sprechen. Der Ziel-ROAS (Return on Advertising Spend) ist eine automatisierte Gebotsstrategie, die darauf abzielt, den Conversion-Wert zu maximieren. Im Grunde setzt ROAS den Umsatz, den du durch Werbung erzielst, ins Verhältnis zu den Werbekosten.

Stell dir vor: Du gibst 100 Euro für Werbung aus und machst damit 500 Euro Umsatz. Dein ROAS beträgt dann 500% (oder 5:1). Das ist die Kennzahl. Aber Ziel-ROAS geht einen Schritt weiter.

Bei der Ziel-ROAS Strategie analysiert Google mit künstlicher Intelligenz, wie wertvoll eine potenzielle Conversion sein könnte, wenn jemand nach deinen Produkten oder Dienstleistungen sucht. Der Algorithmus passt dann die Gebote automatisch so an, dass dein Return on Advertising Spend maximiert wird.

Das funktioniert so: Erkennt das System, dass eine Suchanfrage wahrscheinlich zu einer wertvollen Conversion führt, setzt es das Gebot hoch. Bei weniger vielversprechenden Anfragen bleibt das Gebot niedrig. Diese automatische Anpassung läuft in Echtzeit und berücksichtigt verschiedene Signale wie Suchanfragen, Gerätetypen, Standorte und Zielgruppen.

ROAS vs. Ziel-ROAS – ein wichtiger Unterschied

Hier verwechseln viele etwas: ROAS ist die Kennzahl, die dir zeigt, wie das Verhältnis zwischen Umsatz und Werbekosten aussieht. Ziel-ROAS ist die Gebotsstrategie, mit der du einen bestimmten ROAS-Wert erreichen willst.

Die ROAS-Formel ist simpel: ROAS = (Umsatz / Werbekosten) × 100. Ein ROAS von 500% bedeutet, dass jeder Euro, den du in Werbung investierst, fünf Euro Umsatz generiert.

Der entscheidende Unterschied: ROAS ist deine Messgröße – sie zeigt dir, wie rentabel deine Werbeausgaben sind. Ziel-ROAS ist dein Werkzeug – die aktive Strategie, um diese Rentabilität durch automatisierte Gebotsanpassungen zu optimieren.

Übrigens: Das ist nicht dasselbe wie ROI (Return on Investment). Der ROI betrachtet den Nettogewinn im Verhältnis zu allen Kosten, während sich ROAS ausschließlich auf das Verhältnis zwischen Umsatz und Werbeausgaben fokussiert.

Praxisbeispiel: Wenn eine zu hohe ROAS-Vorgabe die Kampagne stoppt

Um die beschriebenen Punkte zu verdeutlichen, möchte ich einen kurzen Fall aus der Praxis ergänzen. Ein Kunde aus dem Bereich Werkstattbedarf erzielte über die Shopping-Kanäle von Google Shopping stabile Verkäufe und einen ROAS von rund 240 %. Die Kampagne lief solide und brachte kontinuierliche Umsätze.

Der Kunde bat eine bekannte KI um Empfehlungen zur weiteren Optimierung und erhielt den Hinweis, den Ziel-ROAS auf 430 % anzuheben. Diese fast doppelte Vorgabe klang für ihn attraktiv, da sie rechnerisch mehr Gewinn pro Werbeeuro versprach. Er setzte die Empfehlung um – und legte damit ungewollt die komplette Kampagne still. Der Algorithmus lieferte kaum noch aus, weil die hohen Anforderungen nicht erfüllbar waren. Produkte, die zuvor gut verkauft wurden, verloren Sichtbarkeit und Klicks.

Wir stellten den Ziel-ROAS wieder auf ein realistisches Niveau zurück. Es dauerte ein paar Tage, bis sich die Auslieferung stabilisierte und die Verkäufe wieder einsetzten. Der Fall zeigt sehr klar, dass Empfehlungen ohne Kenntnis der tatsächlichen Datenlage riskant sein können.

Die Verdoppelung des ROAS war aus mehreren Gründen keine sinnvolle Option:

  • Ein stark erhöhter Ziel-ROAS schränkt die möglichen Gebotsoptionen ein. Der Algorithmus von Google bietet nur dann aggressiv, wenn er glaubt, dass der Zielwert erreichbar ist.

  • Eine plötzliche, deutliche Anhebung führt häufig dazu, dass die Kampagne kaum noch ausgespielt wird, weil die erwarteten Conversion-Werte nicht zu den historischen Daten passen.

  • Ein hoher ROAS sieht rechnerisch gut aus, bringt aber nichts, wenn das gesamte Volumen einbricht. Genau das ist in diesem Fall passiert.

  • Erst nach Rücknahme der Zielvorgabe konnte die Kampagne wieder ausreichend Daten sammeln und sich stabilisieren.

Dieses Beispiel macht deutlich, wie wichtig es ist, realistische Ziele zu setzen und Anpassungen schrittweise vorzunehmen. KI-Empfehlungen können hilfreich sein, sollten aber immer im Kontext der vorhandenen Leistungsdaten bewertet werden.

Voraussetzungen – ohne diese läuft nichts

Bevor du mit Ziel-ROAS loslegst, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Und ich sage dir ehrlich: Diese Voraussetzungen werden oft unterschätzt.

1. Conversion-Tracking muss stehenDu musst zwingend Conversion-Werte festlegen und ein funktionierendes Conversion-Tracking implementieren. Ohne das optimiert der Algorithmus im Blindflug.

2. Genügend Conversions sammeln Hier wird’s interessant: Für die meisten Kampagnentypen brauchst du mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen. Bei Display-Kampagnen sind es ebenfalls mindestens 15 Conversions mit gültigen Conversion-Werten. App-Kampagnen haben höhere Anforderungen – mindestens 10 Conversions pro Tag oder 300 Conversions in 30 Tagen.

3. Budget nicht zu knapp bemessen Deine Kampagnen sollten nicht durch ein zu niedriges Tagesbudget ausgebremst werden. Google kann an einzelnen Tagen über das Tagesbudget hinaus ausgeben, um langfristig den Ziel-ROAS zu erreichen.

4. Saubere DatenqualitätEin präzises Conversion-Tracking ist das A und O, um verlässliche Umsatzwerte zu übermitteln. Deine Conversions müssen außerdem einen Wert größer als 0 haben.

5. Zeit für die Datenhistorie einplanenWenn du gerade erst angefangen hast, Conversion-Werte zu erfassen, solltest du etwa 4 Wochen oder 3 Conversion-Zyklen warten, bevor du diese Gebotsstrategie verwendest.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Bei der Implementierung ist ein realistisches Ziel entscheidend. Ein zu hoch angesetzter Ziel-ROAS kann die Zugriffe auf deine Anzeigen reduzieren, während ein zu niedriger Wert möglicherweise nicht deinen Rentabilitätsanforderungen entspricht. Über dieses Problem sprechen wir gleich ausführlicher.

Fehler 1: Unrealistische ROAS-Ziele setzen

Du kennst das sicher: „Je höher der ROAS, desto besser“ – so denken viele. Aber das ist ein Trugschluss. Tatsächlich ist die Festlegung unrealistischer Zielwerte einer der häufigsten Stolpersteine bei der Ziel-ROAS Optimierung. Ich weiß, es klingt verlockend, den ROAS-Wert einfach auf 800% oder 1000% zu setzen und abzuwarten. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Warum zu hohe Zielwerte die Reichweite einschränken

Hier passiert etwas, was viele nicht erwarten: Wenn du deinen Ziel-ROAS zu hoch ansetzt, bremst Google deine Kampagne automatisch aus. Der Algorithmus wird nur noch bei Suchanfragen mitbieten, bei denen eine besonders wertvolle Conversion praktisch garantiert ist.

Das Ergebnis? Deine Sichtbarkeit bricht ein:

  • Deutlich weniger Impressionen

  • Rückgang der Klickzahlen

  • Niedrigere Umsätze – und das, obwohl der ROAS mathematisch „besser“ aussieht

Das Perfide daran: Bei einem zu hohen ROAS-Ziel verschwinden häufig genau die Produkte aus den Auktionen, die zuvor 80% deiner Einnahmen generiert haben. Die Impression Share sinkt, und obwohl der ROAS rechnerisch steigt, stürzt deine Kampagne ab.

Google schaut sich deine historischen Kampagnendaten an und denkt sich: „Diese Produkte schaffen den angestrebten Zielwert nie.“ Die CPC-Gebote werden so weit heruntergefahren, dass du praktisch nicht mehr an den Auktionen teilnimmst. Deine Top-Seller verlieren ihre Grundlage, während deine Kampagne einbricht – obwohl der ROAS rein mathematisch gestiegen ist.

Wie du realistische ROAS-Ziele berechnest

Ein guter Ziel-ROAS basiert nicht auf Wunschdenken, sondern auf harten Fakten. Ich zeige dir, wie das geht:

1. Schau dir deine bisherige Leistung an: Nimm den tatsächlich erzielten ROAS der letzten 30 Tage als Ausgangspunkt.

2. Bleib realistisch: Setz deinen Ziel-ROAS nicht über deine historische Leistung, sondern leicht darunter oder auf demselben Niveau, wenn du Stabilität willst.

3. Keine drastischen Sprünge: Jede Änderung am Ziel-ROAS löst eine neue Lernphase aus, die bis zu 2 Wochen dauern kann – und in dieser Zeit performt deine Kampagne meist schlechter.

4. Kleine Schritte gehen: Ändere deinen Ziel-ROAS nicht häufiger als alle 14 Tage und beobachte die Auswirkungen mindestens 1-2 Wochen lang.

5. Dokumentiere alles: Verändere nie mehrere Faktoren gleichzeitig, sonst weißt du nicht mehr, was die Ursache für Leistungsänderungen war.

Google Ads arbeitet mit maschinellem Lernen. Das System braucht verlässliche Signale, Zeit zur Auswertung und vor allem Stabilität. Wenn du ständig herumschraubst, störst du den Lernprozess.

Der Einfluss der Marge auf deinen Zielwert

Hier wird es interessant: Ein einheitlicher ROAS-Wert für dein gesamtes Sortiment funktioniert schlicht nicht. Nicht alle Produkte sind gleich profitabel. Lass mich dir das an einem Beispiel zeigen:

  • Dein hochpreisiges Nischenprodukt mit 70% Marge? Das ist schon bei 300% ROAS hochprofitabel

  • Der niedrigpreisige Bestseller mit mageren 8% Marge? Der braucht vielleicht 800% ROAS, um die Gewinnschwelle zu erreichen

  • Andere Produkte dienen hauptsächlich dazu, Traffic zu generieren – auch wenn der ROAS „unter Ziel“ liegt

Trotzdem setzen viele einen pauschalen ROAS-Wert – sagen wir 600% über alle Produkte hinweg. Google unterdrückt dann automatisch alles, was diesen Wert laut Prognose nicht erreicht. Deine Sichtbarkeit nimmt ab, selbst für Produkte, die eigentlich gut laufen, aber eben andere Margen haben.

Die entscheidende Frage ist nicht „Was ist ein guter ROAS?“, sondern: „Welcher ROAS ist für dieses spezifische Produkt wirtschaftlich sinnvoll?“. Ein Produkt mit 70% Marge ist bereits bei 200% ROAS im grünen Bereich, während eines mit nur 10% Marge 900% ROAS braucht, um keinen Verlust zu machen.

Die Lösung? Custom Labels und Preisklassen ermöglichen dir eine differenzierte ROAS-Steuerung nach Margenlogik anstelle eines universellen Ziels. So machst du es richtig.

Fehler 2: Ziel-ROAS ohne ausreichende Daten aktivieren

Ein weiterer gravierender Fehler bei der Ziel-ROAS Optimierung ist die vorschnelle Aktivierung ohne ausreichende Datenbasis. Diese Eile führt oft zu unbefriedigenden Ergebnissen und verhindert, dass der Algorithmus sein volles Potenzial entfalten kann.

Mindestanzahl an Conversions für Smart Bidding

Die ehrliche Antwort ist: Die Empfehlungen von Google hinsichtlich der Mindestanzahl an Conversions variieren je nach Kampagnentyp, wobei die Anforderungen häufig unterschätzt werden. Hier die wichtigsten Zahlen:

  • Standardkampagnen: Mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen

  • Display-Kampagnen: Mindestens 15 Conversions mit gültigen Conversion-Werten

  • App-Kampagnen: Deutlich höhere Anforderungen mit 10 Conversions pro Tag bzw. 300 Conversions in 30 Tagen

  • Demand Gen-Kampagnen: 50 Conversions in den letzten 35 Tagen, davon mindestens 10 in den letzten 7 Tagen

  • Video-Aktionskampagnen: 30 Conversions in den letzten 30 Tagen

Als Faustregel gelten in der Branche häufig die „magischen Grenzen“ von 15 Conversions in 30 Tagen für Ziel-CPA bzw. 50 Conversions in 30 Tagen für die Ziel-ROAS Strategie. Aber ich sage dir ehrlich: Diese Zahlen solltest du eher als absolutes Minimum betrachten – je mehr Daten, desto besser.

Warum Datenhistorie entscheidend ist

Meiner Erfahrung nach hängt der Erfolg der Ziel-ROAS Strategie maßgeblich von der Qualität und Quantität der historischen Daten ab. Der Algorithmus muss erst einmal Muster erkennen und auswerten können, um fundierte Gebotsentscheidungen zu treffen.

Hierbei gilt:

  1. Die Lernperiode des Algorithmus dauert bei niedrigen Conversion-Zahlen deutlich länger

  2. Zu wenige Conversions führen zu starken Schwankungen im Kampagnenerfolg

  3. Das Verhältnis zwischen Keyword-Anzahl und Conversions spielt eine entscheidende Rolle

Bei unzureichender Datenbasis fehlen dem Algorithmus schlichtweg die Signale, um zu verstehen, welche Faktoren zu erfolgreichen Conversions führen. Besonders problematisch ist dies, wenn der Traffic auf hunderte oder gar tausende Keywords verteilt ist – selbst 30 Conversions sind dann möglicherweise unzureichend.

Das führt zu einem Teufelskreis: Weniger Reichweite bedeutet weniger Conversions, was wiederum die Lerndaten reduziert. Die Kampagnenleistung wird bei zu geringer Datenbasis häufig vom Algorithmus herunterreguliert, da Ergebnisse ausbleiben.

Alternativen vor dem Einsatz von Ziel-ROAS

Anstatt vorschnell auf Ziel-ROAS umzustellen, empfehle ich dir folgende Alternativen:

Stufenweiser Ansatz: Beginne mit einfacheren Gebotsstrategien und steigere schrittweise:

  1. Erst „Maximale Klicks“ zur Datensammlung

  2. Dann „Conversions maximieren“

  3. Später „Conversion-Wert maximieren“

  4. Erst nach 30-50 Conversions zu Ziel-CPA oder Ziel-ROAS wechseln

Soft Conversions einbinden: Tracke zusätzliche Zwischenschritte in der Customer Journey wie Warenkorbzugänge, Produktdetailseitenaufrufe oder Klicks auf Call-to-Action Buttons. Diese Soft Conversions lassen sich mit entsprechenden Werten versehen, die ihren Beitrag zur eigentlichen Conversion widerspiegeln.

Bei B2B-Angeboten mit wenigen aber hochwertigen Leads hat sich beispielsweise folgende Strategie bewährt: Ein PDF-Download (Whitepaper) erhält einen Wert von 10 €, ein Lead 200 € und Seiten pro Sitzung > 3 etwa 3 €. Durch diese Wertzuweisung kann der Algorithmus bereits aus kleineren Interaktionen lernen und seine Gebote entsprechend optimieren.

Fehler 3: Dein Tracking-Setup ist unvollständig oder fehlerhaft

Ohne ein sauberes Tracking-Setup kannst du deine Ziel-ROAS Optimierung gleich vergessen. Das ist die harte Wahrheit. Selbst die beste Gebotsstrategie wird scheitern, wenn die zugrundeliegenden Daten nicht stimmen. Fehlerhafte oder unvollständige Tracking-Implementierungen sind einer der Hauptgründe, warum Kampagnen nicht die erwarteten Ergebnisse liefern.

Conversion-Wert-Tracking mit Google Click ID (GCLID)

Die GCLID (Google Click ID) ist dein unsichtbarer Freund bei jedem Anzeigenklick. Dieser kleine URL-Parameter wird automatisch übergeben und sammelt alle wichtigen Kampagneninformationen. Ohne eine korrekte GCLID-Implementierung kann Google Ads deine Conversions nicht zuverlässig den richtigen Kampagnen zuordnen – ein Problem, das viele übersehen.

Du musst zunächst das automatische Tagging in Google Ads aktivieren. Das ist der erste Schritt. Danach ist es entscheidend, dass du diese ID bei der Lead-Erfassung speicherst und an dein Backend-System weitergibst. Gerade bei längeren Verkaufszyklen, wo Conversions erst offline stattfinden, spielt die GCLID eine zentrale Rolle für saubere Daten.

Fehlende Umsatzdaten im Google Ads Konto

Hier wird es oft problematisch: Fehlende oder ungenaue Umsatzdaten im Google Ads Konto. Wenn dein Tracking-Setup nicht richtig funktioniert, bekommt Google falsche oder gar keine Conversion-Werte übermittelt. Der Algorithmus optimiert dann auf Basis fehlerhafter Daten – das ist wie Auto fahren mit verbundenen Augen.

Warnzeichen für fehlerhafte Umsatzdaten:

  • Unterschiedliche Werte in Google Ads und Analytics

  • Plötzlicher Abfall gemessener Conversions

  • Ungewöhnlich niedrige oder hohe Conversion-Werte

Ein weiteres Problem: Tags werden doppelt implementiert oder auf falschen Seiten platziert. Ebenso problematisch sind unterschiedliche Definitionen von Conversion-Werten – mal mit, mal ohne Mehrwertsteuer, mal mit, mal ohne Versandkosten. Konsistenz ist hier das A und O.

So überprüfst du dein Tracking

Um sicherzustellen, dass dein Tracking funktioniert, solltest du regelmäßige Tests durchführen. Der Google Tag-Assistent ist dein erstes Werkzeug, um die korrekte Implementierung zu verifizieren. Führe außerdem vollständige Testtransaktionen durch und verfolge den gesamten Conversion-Pfad.

Ein Vergleich der Daten zwischen verschiedenen Tools hilft ebenfalls – achte aber darauf, identische Zeiträume, Zeitzonen und Filter zu verwenden. Bei anhaltenden Abweichungen solltest du die Tag-Platzierung überprüfen und sicherstellen, dass der Tracking-Code vor dem schließenden -Tag auf allen relevanten Seiten implementiert ist.

Aber keine Panik bei kleinen Abweichungen zwischen verschiedenen Tracking-Tools – das ist normal. Unterschiedliche Technologien zur Besucher-Identifikation und verschiedene Metrik-Definitionen können zu leichten Unterschieden führen.

Fehler 4: Du passt deine Zielwerte nicht regelmäßig an

Hier kommt ein Fehler, den ich besonders häufig bei erfahrenen Werbetreibenden sehe: Sie stellen einmal ihre Ziel-ROAS Werte ein und denken dann, sie können sich zurücklehnen. Das ist ein teurer Irrtum.

Warum Ziel-ROAS niemals „einmal einstellen und vergessen“ ist

Dein Ziel-ROAS ist kein Thermostat, den du einmal einstellst und dann in Ruhe lässt. Die Rentabilität deiner Keywords ändert sich ständig. Die Konkurrenz schläft nicht. Saisonale Schwankungen beeinflussen das Nutzerverhalten.

Das bedeutet: Was gestern noch perfekt funktioniert hat, kann heute schon zu hoch oder zu niedrig angesetzt sein.

Google empfiehlt übrigens, den Zielwert höchstens um 10% zu verändern und das nicht häufiger als alle 7 Tage. Warum? Weil drastische Sprünge den Algorithmus durcheinanderbringen und zu schlechteren Ergebnissen führen.

Ich weiß, dass es verlockend ist, nach einem schlechten Tag sofort alles umzustellen. Aber lass es bleiben. Der Algorithmus braucht Zeit zum Lernen, und jede große Änderung startet diesen Lernprozess wieder von vorn.

Saisonalität und Marktveränderungen im Blick behalten

Stelle dir vor, du verkaufst Grillzubehör. Im Juni läuft alles super mit einem ROAS von 400%. Dann kommt der Winter, und plötzlich bricht alles ein. Dein Ziel-ROAS von 400% ist jetzt viel zu hoch angesetzt, weil die Nachfrage gesunken ist.

Oder andersherum: In der Vorweihnachtszeit steigt die Kaufbereitschaft. Dein konservativer ROAS-Wert von 300% lässt möglicherweise profitable Chancen liegen, weil Google zu zurückhaltend bietet.

Deshalb solltest du bei der Festlegung deines Ziel-ROAS sowohl die Performance der letzten 30 Tage als auch die der letzten Woche berücksichtigen. So erkennst du Trends frühzeitig und kannst reagieren, bevor es zu spät ist.

Tools für die kontinuierliche Überwachung

Effektive Kontrolle braucht die richtigen Tools. Dashboard-Darstellungen geben dir schnellen Zugriff auf die wichtigsten Daten und ermöglichen rasche Reaktionen.

Besonders hilfreich finde ich Visualisierungen, die dir auf einen Blick zeigen, wo deine Kampagnen stehen. So erkennst du frühzeitig, wenn einzelne Kampagnen oder Produkte nicht mehr performen.

Mein Tipp: Richte dir Benachrichtigungen ein, wenn wichtige Kennzahlen von deinen Zielwerten abweichen. So musst du nicht ständig manuell kontrollieren, wirst aber rechtzeitig alarmiert, wenn Handlungsbedarf besteht.

Fazit

Die Ziel-ROAS Strategie ist wirklich mächtig – aber nur, wenn du sie richtig einsetzt. Ich weiß aus Erfahrung: Viele Werbetreibende machen dieselben Fehler immer wieder, und das kostet richtig Geld.

Die wichtigste Erkenntnis: Ziel-ROAS ist kein „Einmal einstellen und vergessen“-Tool. Es braucht deine Aufmerksamkeit, realistische Erwartungen und – ganz wichtig – GEDULD.

Wenn du die vier Hauptfehler vermeidest, die wir besprochen haben, bist du schon deutlich weiter als die meisten deiner Konkurrenten:

  • Setze realistische Ziele basierend auf deinen tatsächlichen Daten

  • Warte mit der Aktivierung, bis du genügend Conversion-Daten hast

  • Stelle sicher, dass dein Tracking wirklich funktioniert

  • Passe deine Zielwerte regelmäßig an die Marktgegebenheiten an

Meiner Meinung nach ist der größte Fehler aber ein anderer: Zu viele denken, dass ein hoher ROAS automatisch mehr Profit bedeutet. Das stimmt einfach nicht. Ein ROAS von 800% bringt dir nichts, wenn deine Kampagne dadurch nur noch 10 Klicks pro Tag bekommt.

Die Wahrheit ist: Lieber einen „schlechteren“ ROAS bei höherem Umsatz als einen „perfekten“ ROAS ohne Traffic. Am Ende des Tages zählt, was unterm Strich übrig bleibt.

Wenn du immer weiter an deinen Kampagnen arbeitest und dich an die Veränderungen im Markt anpasst, wirst du langfristig erfolgreich sein. Google Ads entwickelt sich ständig weiter – und deine Strategie sollte das auch tun.

Die Ziel-ROAS Optimierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber mit der richtigen Herangehensweise wird es zu einem deiner wertvollsten Tools für profitables Wachstum.

Häufige Fragen – Ziel-ROAS in Google Ads

Was ist ein realistischer Ziel-ROAS für Google Ads Kampagnen?

Ein realistischer Ziel-ROAS hängt von Branche, Wettbewerb und Produktmargen ab. Als grober Richtwert gilt für viele Google Shopping-Kampagnen ein Ziel-ROAS von etwa 400 % (Verhältnis 4:1). Für Such-, Performance-Max- oder Brand-Kampagnen kann ein anderer Wert sinnvoll sein, je nach Rolle der Kampagne im Funnel.

Wie oft sollte man den Ziel-ROAS anpassen?

Der Ziel-ROAS sollte regelmäßig überprüft, aber nicht zu häufig geändert werden. In der Praxis reicht eine Anpassung alle 7 Tage oder seltener, wenn genügend neue Daten vorliegen. Empfohlen wird eine schrittweise Anpassung um maximal 10 %, damit der Smart-Bidding-Algorithmus stabil weiterlernen kann.

Welche Voraussetzungen müssen für die Nutzung von Ziel-ROAS erfüllt sein?
  • Conversion-Tracking mit Werten: Conversions müssen mit Umsatz- oder Wertdaten erfasst werden.
  • Ausreichende Datenbasis: Mindestens 15 Conversions in 30 Tagen pro Kampagne sind ein guter Startwert.
  • Ausreichendes Budget: Das Tagesbudget sollte nicht dauerhaft stark limitierend wirken.
  • Saubere Datenqualität: Keine doppelten Conversions, korrekte Zuordnung von Geräten und Kanälen.
Was tun, wenn die Kampagne den Ziel-ROAS nicht erreicht?
  • Zeitfenster prüfen: Mindestens 2–3 Wochen betrachten, bevor Anpassungen vorgenommen werden.
  • Ziel-ROAS und Budget anpassen: Testweise Budget leicht reduzieren und den Ziel-ROAS etwas erhöhen, um Gebote zu entspannen.
  • Ursachen analysieren: Wettbewerbssituation, Saisonalität, Gebotsstrategie und Platzierungen prüfen.
  • Produkt- und Feed-Qualität bewerten: Titel, Bilder, Preise, Verfügbarkeit und Relevanz des Produktfeeds analysieren.
  • Tracking kontrollieren: Sicherstellen, dass alle Conversion-Werte korrekt an Google Ads übergeben werden.
Wie kann man sicherstellen, dass das Conversion-Tracking korrekt funktioniert?
  • Tag-Implementierung prüfen: Mit Tools wie dem Google Tag-Assistenten oder der Vorschau im Tag Manager testen.
  • Testkäufe durchführen: Testbestellungen anlegen und Werte mit Shop-System, Analytics und Google Ads abgleichen.
  • GCLID überprüfen: Darauf achten, dass die gclid bei der Weiterleitung erhalten bleibt und korrekt ausgelesen wird.
  • Datenquellen vergleichen: Regelmäßig Umsätze in Google Ads mit Shop, CRM oder Analytics gegenüberstellen.